Schwimmhilfen sind ziemlich beliebt bei Eltern, die ihre Kinder im Wasser schützen möchten. Ob Schwimmflügel, Schwimmnudeln oder Schwimmbretter – es gibt viele Hilfsmittel, die den Eindruck vermitteln, dass Kinder sicher im Wasser sind. Aber nicht jede Schwimmhilfe bringt den gewünschten Nutzen. Tatsächlich sind viele Schwimmhilfen wohl eher dazu da, die Sorgen der Eltern zu lindern, als den Kindern wirklich beim Schwimmenlernen zu helfen. Wir sagen dir, wann Schwimmhilfen sinnvoll sind – und wann sie sogar das Gegenteil bewirken können.
Körpernahe vs. Körperferne Schwimmhilfen – Was sind die Unterschiede?
Schwimmhilfen lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: körpernahe und körperferne Hilfsmittel. Körpernahe Schwimmhilfen, wie Schwimmflügel oder Schwimmscheiben, sitzen direkt am Körper des Kindes. Sie sollen dafür sorgen, dass das Kind im Wasser über Wasser bleibt. Körperferne Schwimmhilfen, wie Schwimmnudeln oder Schwimmbretter, halten das Kind nicht fest, sondern dienen dazu, sich daran festzuhalten oder darauf zu liegen.
Körpernahe Schwimmhilfen haben den Vorteil, dass sie das Kind jederzeit stützen, was vor allem für sehr kleine Kinder nützlich sein kann. Der Nachteil ist jedoch, dass das Kind oft eine unnatürliche Haltung im Wasser einnimmt, was es später beim Schwimmenlernen stören kann.
Körperferne Schwimmhilfen geben mehr Bewegungsfreiheit und ermutigen Kinder, selbst aktiv zu bleiben. Sie helfen Kindern, sich an das Wasser zu gewöhnen, ohne dass sie völlig abhängig von einer ständigen Unterstützung sind.
Wann sind Schwimmhilfen sinnvoll und wann kontraproduktiv?
Schwimmhilfen können sinnvoll sein, wenn sie unterstützend eingesetzt werden, für eine kurze Zeit. Sie geben Kindern ein Gefühl von Sicherheit, was helfen kann, sich im Wasser wohler zu fühlen. Besonders zu Beginn der Wassergewöhnung können sie den Einstieg erleichtern.
Aber es gibt auch Risiken: Schwimmhilfen können Kindern das Gefühl geben, dass sie ohne eigene Anstrengung sicher schwimmen können. Das Problem entsteht, wenn die Kinder dann ohne Schwimmhilfe ins Wasser gehen und feststellen, dass sie gar nicht von selbst über Wasser bleiben. Die Gefahr ist groß, dass sie deswegen in Panik geraten und sich nicht mehr richtig orientieren können.
Ultra-wichtig für Eltern: Schwimmhilfen ersetzen niemals eine Aufsicht. Sie sind nur ein Hilfsmittel – kein Schutz vor Gefahren. Besonders kleine Kinder sollten nie ohne ständige Aufsicht ins Wasser gehen, auch wenn sie Schwimmhilfen tragen.
Welche Schwimmhilfen sind für Vorschul-Kinder geeignet?
Für Kinder im Alter von etwa 5 Jahren gibt es verschiedene Schwimmhilfen, die beim Schwimmenlernen unterstützen können. Schwimmscheiben sind eine gute Wahl, weil sie leicht anpassbar sind. Je nach Fortschritt des Kindes kann man nach und nach einzelne Scheiben entfernen, um das Kind langsam an das Schwimmen ohne Hilfsmittel zu gewöhnen.
Auch Schwimmnudeln eignen sich gut, da sie das Kind beim Üben unterstützen, aber gleichzeitig nicht den gesamten Körper hochhalten. So lernen die Kinder, sich selbst im Wasser zu stabilisieren. Schwimmflügel hingegen sind nicht ideal für Kinder, die bald richtig schwimmen lernen sollen. Sie halten das Kind zwar über Wasser, sorgen aber für eine falsche Körperhaltung und können das Schwimmenlernen behindern.
Wenn du Schwimmhilfen verwendest, ist es wichtig, dass sie dem Entwicklungsstand des Kindes angepasst sind. Sie sollten nicht zu sehr einschränken, aber auch nicht zu wenig Halt geben.
Schwimmhilfen als Lernmittel – Wie man sie effektiv einsetzt
Schwimmhilfen können super nützlich sein, wenn sie gezielt als Lernmittel eingesetzt werden. Sie sollten nicht ständig verwendet werden, sondern nur in bestimmten Phasen des Schwimmtrainings. Zum Beispiel können Schwimmbretter oder -nudeln genutzt werden, um den Beinschlag zu üben, während der Oberkörper frei im Wasser bleibt.
Es ist ratsam, Schwimmhilfen nach und nach abzubauen, sobald das Kind sicherer wird. So lernt es schrittweise, sich ohne Unterstützung im Wasser zu bewegen. Und bitte ermutige und lobe dein Kind dabei, damit es Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten entwickelt.
Sehr sinnvoll sind kurze Übungsphasen ohne Schwimmhilfen im flachen Wasser. Hier kann das Kind unter sicheren Bedingungen erste Versuche im freien Schwimmen machen, ohne sich auf die Schwimmhilfen verlassen zu müssen.
Fazit
Schwimmhilfen sind nützlich, wenn sie bewusst und gezielt eingesetzt werden. Sie sollten das Schwimmenlernen unterstützen, aber nicht die Grundlage für Sicherheit im Wasser sein. Eltern sollten Schwimmhilfen nicht als Ersatz für ständige Aufsicht sehen und ihrem Kind die Möglichkeit geben, schrittweise ohne Hilfsmittel zu schwimmen.
Bonus-Tipps für Eltern:
- Sorge dafür, dass das Kind immer unter Aufsicht eines Erwachsenen schwimmt.
- Verwende Schwimmhilfen nicht als alleinige Sicherheitsmaßnahme.
- Erkläre deinem Kind, dass Schwimmhilfen keine Garantie dafür sind, nicht unterzugehen.